Die Sache mit den Buchverlusten und dem Recht haben


Investieren Sie in Aktien? Oder Anleihen? Dann kennen Sie bestimmt auch schon die Situation, daß Ihre Investment – beispielsweise in einem Crash – kräftig an Wert verliert. Und sobald das passiert, kommen die ersten Experten auf den Plan und versichern einem, man hätte ja gar keine Verlust gemacht, alles seien nur Buchverluste. Einen richtigen Verlust „realisiere“ man erst, wenn man verkauft.

Seien Sie versichert: Sogenannte Buchverluste gibt es nicht. Es sind Verluste, denn Ihr Investment ist nur soviel wert, wie Sie heute bei einem Verkauf erhalten würden.

Es gibt keine Buchverluste – nur Verluste

Das glauben Sie nicht? Nehmen wir ein Beispiel: Sie besitzen einen 10 Jahre alten Audi A4. Der Wagen ist gut gepflegt und hat einen Zeitwert von runden 5000 Euro. Der Neupreis lag im Jahre 2000 bei etwa 25.000 Euro. Haben Sie bei diesem „Investment“ einen Verlust gemacht?

Sie sagen vielleicht: Nein. Ich habe mal 25.000 Euro dafür bezahlt. Also ist er 25.000 Euro wert, zur Zeit habe ich nur 20.000 Euro Buchverlust. Ich warte, bis er den Einstandspreis von 25.000 Euro wieder erreicht und dann verkaufe ich.

Das ist Unsinn? Warum machen das dann so viele Leute mit Aktien so?

Prinzip Hoffnung?

Nun werden Sie einwenden, Aktien seien etwas ganz anderes. Schließlich nutzen sie sich nicht ab, und Aktien gewinnen doch langfristig immer an Wert.

Sie haben also, sagen wir mal, eine Hypo Real Estate bei 20 Euro gekauft und seitdem dem Prinzip Hoffnung die Treue gehalten. Im letzten Herbst wurden Sie dann mit 1,30 Euro abgefunden und waren die Aktie los. Wie war das doch gleich mit dem Buchverlust?

Erfahrene Kaufleute wissen, daß der Gewinn im Einkauf liegt. Das gilt auch für Aktien. Etwas teuer zu kaufen und noch teurer zu verkaufen, ist hingegen eine Wette auf steigende Preise. Sie können im Einzelfall einen statistischen Vorteil, also eine Chance größer 50% haben, aber es bleibt eine Wette.

Wenn Ihr Investment nun nur noch (z.B.) die Hälfte des ursprünglichen Wertes hat, ist das Prinzip Hoffnung ebenfalls eine Wette (darauf, den ursprünglichen Preis wieder zu erreichen.)

Also zocken Sie meinetwegen… oder machen Sie es von Anfang an richtig:

Die Lösung: Risk- und Money-Management

Wenn Sie keine ausgedehnte Analyse der einzelnen Aktie im Rahmen von Value Investing betreiben wollen, sondern eher wetten wollen, bleibt Ihnen eigentlich nur konsequentes Risk- und Money-Management.

Nachdem Ihre Aktien um 10% gefallen sind, müssen sie 11% steigen, um den Einstand wieder zu erreichen. Fallen Sie um 50%, müssen sie sich anschließend verdoppeln, um den ursprünglichen Wert zu erreichen (rechnen Sie ruhig nach).

Wenn Sie nun nur einen bestimmten Betrag riskieren, verlieren Sie nicht Haus und Hof und bleiben „im Spiel“. Gleichzeitig schlafen Sie um einiges ruhiger.

Wie geht das genau? Kaufen Sie die Aktie, setzen Sie eine Stop Loss Order im Abstand von z.B. 10% und kaufen Sie nur so viele Aktien, daß diese 10% Sie nicht ruinieren (ich empfehle ein Risiko von max. 2-3% Ihres Anlagevermögens). Die 10% Abstand sind nur eine Möglichkeit von vielen, Sie sollten diese Zahl unbedingt an den Markt und Ihre persönlichen Eigenschaften (!) anpassen.

Beispiel: Ihre Wunsch-Aktie liegt bei 100 Euro. Sie setzen einen Stop bei 90 Euro, riskieren bei 10% also 10 Euro je Aktie. Möchten Sie 1000 Euro riskieren, dürfen Sie 100 Stücke kaufen.

Und warum machen das nicht alle so?

Es gibt weitere Risiken wie Gebührenanteil, Spread, Slippage, Gaps, etc., die Sie berücksichtigen sollten. Aber das ist nicht der eigentliche Grund, sondern es hat etwas mit Recht haben zu tun. Wenn Sie bei 10% Verlust aussteigen, müssen Sie zugeben, daß Sie falsch liegen. Ihr Ego verliert, aber Ihr Konto gewinnt (langfristig).

Lassen Sie Ihre Aktie aber z.B. um 90% abstürzen, können Sie immer behaupten, die Aktie käme schon irgendwann und irgendwie wieder zurück („Ist ja nur ein Buchverlust“). Bis Sie verkaufen, behalten Sie recht. Auf Kosten Ihres Kontos, versteht sich. Und wenn sich die Hypo Real Estate Enteignung wiederholt, berufen Sie sich einfach auf das große Unrecht, das Ihnen widerfuhr, verlieren 97% ihres Geldes und…behalten recht.

Wie möchten Sie es machen?

(Mehr Infos und Rechenhilfen finden Sie z.B. hier)

Dirk Stiller

Advertisements

Angestellter? Freiberufler? – oder eher Investor? Unternehmer? Experte? Wie und wieviel Geld wollen Sie denn verdienen?


Welcher der im Titel genannten Gruppe wollten Sie gerne zugehören? Oder: Wie und wieviel Geld wollen Sie verdienen? Würden Sie sich gerne umorientieren – z.B. 100% mehr verdienen, aber auch mehr Risiko tragen?

Geld kann man auf verschiedene Art und Weise verdienen. Laut Systematik von Bodo Schäfer, können das die folgenden Rollen sein:

  • Angestellter oder Arbeiter (A),
  • Freiberufler (F),
  • Investor (I),
  • Unternehmer (U),
  • Experte (E),

Diese Rollen lassen sich graphisch in Form eines Sterns darstellen:

Rollen

Quelle: Bodo Schäfer: Endlich mehr verdienen. 20% mehr Einkommen in einem Jahr, Hoffmann und Campe 2002, S. 4.

Der Stern besteht aus zwei ungleichen Teilen. Der linke Teil, bestehend aus Investoren, Unternehmern und Experten steht für Wohlstand, Freiheit – verbunden mit mehr Risiken und Verantwortung. Der rechte Teil dagegen, bestehend aus Angestellten und Freiberuflern, heißt: weniger Geld bei weniger Risiko und weniger Verantwortung. Der rechte Teil beschreibt sehr gut die Maxime „Wer tut, was alle tun, wird bekommen, was alle bekommen.“

Statistisch gesehen, liegt das Verhältnis der rechten Seite zur linken Seite wie 12 zu 1, was die Menge an Personen angeht. Aber was die Menge an Geld angeht, liegt das Verhältnis wie 1 zu 12 zugunsten der linken Seite. Dies entspricht dem von Bodo Schäfer (bzw. von seinem Coach) beschriebenen Prinzip: „Reiche sind die Gemeinschaft derjenigen, die anders denken“ (und deswegen gibt es nicht so viele).

Was ist jetzt besser – bequemeres Leben und weniger Geld oder mehr Geld verbunden mit mehr Verantwortung? Die Antwort ist nicht eindeutig. Wichtig ist, festzustellen, dass es keine „beste Rolle“ gibt – jede von ihnen hat ihre Vor- und Nachteile. Noch wichtiger ist es, dass man seine Rolle bewusst auswählt.

Was charakterisiert die einzelnen Rollen? Was können sie tun, um mehr Geld zu verdienen? Hierzu gibt Bodo Schäfer die folgenden Definitionen und Möglichkeiten:

A – arbeitet für bestimmtes System. Er/Sie fordert mehr Gehalt, sucht einen Nebenjob oder wechselt den Job.

F – ist das System. Um mehr Geld zu haben, arbeitet er/sie härter.

I – investiert in bestimmtes System und hat mehr Geld, indem er/sie nach neuen Chancen bzw. Opportunitäten sucht.

U – schafft und besitzt System. Mehr Geld kann er/sie besitzen, indem er/sie Unternehmen aufbaut und dann verkauft.

E – verbessert das System und macht mehr Geld, indem er/sie sich weiterspezialisiert.

Welche dieser Rollen passt am besten zu Ihnen? Wo sehen Sie sich in einem, drei oder in fünf Jahren? Wieviel wollen Sie dann monatlich verdienen?

Es ist auf jeden Fall nicht günstig für Sie, sich lebenslang nur in einer Rolle zu befinden nur weil es sich „so gehört“ oder weil es so bequem ist.

Dirk Stiller
Magdalena Szarafin

___________________

Mehr zum Thema „Geld verdienen – in welcher Rolle?“ finden Sie im (exzellenten) Buch von Bodo Schäfer: Endlich mehr verdienen. 20% mehr Einkommen in einem Jahr

Hello world!


Welcome to WordPress.com. This is your first post. Edit or delete it and start blogging!

TopOfBlogs

Veröffentlicht in Uncategorized. 1 Comment »