1000% Gewinn und „nur“ 100% Verlust möglich – und andere Börsen-Maximen


Heute eine kleine Sammlung der Börsen-Maximen. Sie fassen m.E. wichtige Trends und die Ressourcen-Optimierung ganz triffig zusammen.

“ Das faszinierende an der Börse ist, dass man 1000 Prozent gewinnen,
aber nur 100 Prozent verlieren kann. “ (Autor unbekannt)

“ Man sollte nur in Firmen investieren, die auch ein absoluter Vollidiot leiten kann, denn eines Tages wird genau das passieren! “ (Warren Buffett)

“ Wenn die Geschichte alle Antworten lieferte, würde sich die Forbes-400-Liste der Reichsten der Welt aus Bibliothekaren zusammensetzen. “ (Warren Buffett)

“ Wer zu spät in einen Kursaufschwung investiert, bezahlt die Kursgewinne der anderen. “ (Autor unbekannt)

“ Wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab! “ (Weisheit der Dakota-Indianer)

“ Reich wird, wer in Unternehmen investiert, die weniger kosten, als sie wert sind. “ (Warren Buffet)

“ Die meisten Leute kommen nicht durch Spekulation zu Vermögen,
sondern durch richtige Beobachtung langfristiger Trends. “ (Heinz Brestel)

“ Was ist der Unterschied zwischen der Börse und einer Straßenbahn? An der Börse wird zum Ein- und Aussteigen nicht geklingelt. “ (Autor unbekannt)

“ Verliebe Dich nie in eine Aktie, bleibe immer aufgeschlossen. “ (Peter Lynch)

“ Aktionäre sind dumm und frech. Dumm, weil sie Aktien kaufen, und frech, weil sie dann noch Dividende haben wollen. “ (Carl Fürstenberg)

“ Wenn man viel Geld hat, kann man spekulieren. Wenn man wenig Geld hat, darf man nicht spekulieren. Wenn man kein Geld hat, muss man spekulieren. “ (Autor unbekannt)

… Fortsetzung folgt…

Magdalena Szarafin

Diversifikation – wer streut, rutscht nicht


Neulich hatte ich ein Gespräch mit dem Banker meines Vertrauens. Wir kamen nach Abschluß des eigentlichen Themas kurz auf Aktien. Es war eher die Smalltalk-Ebene, denn ich treffe meine Wertpapierentscheidungen generell ohne Beratung seitens meiner Bank. Mein Berater verwendete die humorige Formulierung: „Wer streut, rutscht nicht“ und spielte damit auf die Notwendigkeit der Diversifizierung an. Doch ist diese wirklich notwendig und sinnvoll?

Die Idee der Diversifikation

Nehmen wir einmal an, Sie kaufen eine Aktie und es kommt zu einem Rücksetzer oder gar zu einem Crash. Der Wert verliert dabei 50%. Um diesen Verlust auch nur wieder aufzuholen, müßte der Wert anschließend um 100% steigen. Haben Sie dagegen 10 Werte im Depot und einer fällt um 50%, dann hat das gesamte Depot nur 5% verloren. Diesen Verlust holen Sie mit 5,3% Wachstum wieder auf.

Gleichzeitig führt Bodo Schäfer aus, daß man eine höhere Chance hat, eine starke Wachstumsaktie, also eine Aktie, die sich nach dem Kauf vielleicht verzehnfacht, ins Depot zu bekommen, einfach weil man mehrere Kandidaten kauft. Er nennt das die Chance auf den Hauptgewinner.

Diversifikation in der Praxis

Generell gilt: Wer wenig Zeit für seine Geldanlagen aufbringen kann oder will, sollte eine gewisse Diversifikation betreiben. Das sollte man allerdings nicht blind tun: Nur weil man fünf verschiedene Aktien kauft, ist das Depot nicht automatisch diversifiziert. Selbst wenn man Aktien- und Rentenfonds diverser Regionen mischt, bewegen sich die Kurse dieser Anlagen oft erstaunlich ähnlich. Beim Crash 2008 hätte die Diversifikation mir persönlich jedenfalls nicht geholfen, weil alle Positionen gleichzeitig fielen.

Aber warum ist Diversifizierung so wirkungslos? Es würde den Rahmen dieser Ausführungen sprengen, dies detailliert zu behandeln, daher seien nur zwei Punkte kurz angerissen:

Die Märkte werden – nicht zuletzt durch das Internet – immer globaler. Es ist heute auch für den Privatanleger kein Problem mehr, Aktien anderer Kontinente online zu handeln. So ist die Chance nicht schlecht, daß man z.B. Japaner findet, die exakt die gleichen Aktien im Depot haben wie man selbst. Gleichzeitig wird die Wirtschaft globaler und die Branchen verzahnter. Dadurch bewegen sich Aktien verschiedener Branchen oder Regionen oft sehr ähnlich.

Zum zweiten gehen Fondsmanager im allgemeinen wenig persönliche Risiken ein und kaufen das, was alle kaufen. Solange sie nicht schlechter sind als ihr Index, ist ihr Job relativ sicher. Anreize für überdurchschnittliche Renditen gibt es hingegen eher nicht. Dadurch laufen auch viele Fonds mehr oder weniger gleich.

Eine echte Diversifikation erhält man eigentlich nur, wenn man über die grundlegenden Anlageformen streut: Immobilien, Wertpapiere, eigene Geschäfte, Rohstoffe. Aber da vielen das Geld fehlt, bleibt man ausschließlich bei Wertpapieren, bestenfalls kommt noch ein Rohstoffzertifikat hinzu (wobei man echte Streuung nur mit physischen Rohstoffen, z.B. Goldbarren, erreicht).

Eine Warnung sei außerdem angebracht: Streut man zu weit, hat man also zu viele Positionen im Depot, kann es leicht vorkommen, daß man Verluste macht, weil man den Überblick verliert und versäumt, Gewinne mitzunehmen oder bei Verlustpositionen rechtzeitig die Notbremse zu ziehen. Mehr als fünf bis sieben Positionen kann der durchschnittliche Privatanleger im allgemeinen nicht mehr sinnvoll überwachen.

Und was ist mit dem Hauptgewinner?

Nehmen wir an, Sie haben eine Aktie gekauft, die sich anschließend verdreifacht hat. Nehmen wir weiter an, Sie hätten 10.000 Euro angelegt und in zehn Positionen gestreut. Dabei entfallen 1000 Euro auf unseren Hauptgewinner, der auf 3000 Euro wächst. Wenn alle anderen Werte sich im Schnitt nicht verändert haben, ist Ihr Depot nun um 30% auf 13.000 Euro gestiegen. Zweifellos ein gutes Ergebnis, allerdings längst nicht so spektakulär wie der Einzelwert. Die Streuung dämpft eben auch die Gewinne, nicht nur die Verluste.

Was kann man tun?

Wenn Sie anlegen, tun Sie das, was Sie bei hohen Risiken sonst auch tun: Kaufen Sie sich eine sinnvolle Versicherung. Mit Optionen – das ist die Versicherung des Wertpapiermarktes – können Sie Ihr Risiko in erstaunlicher Weise senken.

Details hierzu würden leicht mehrere Artikel füllen, an dieser Stelle nur soviel: Sie sollten bei Optionen genau wissen, was Sie tun.

Zusammenfassung

Während ich mir kurz im Winter den Eisläufer vorstelle, dem jemand eine Schaufel Sand unter die Kufen wirft, schaue ich mir noch einmal die obigen Ausführungen an und komme zum Ergebnis: Wer streut, rutscht nicht. Aber im Extremfall fällt er direkt und heftig auf die Nase.

Geduld in der Krise


Nehmen wir einmal an, Sie haben eines dieser „todsicheren“ Investments getätigt, bei dem eigentlich nichts schiefgehen konnte. Und nun sind Sie damit 10% im Minus und die Kurse fallen steil weiter. Oder Sie stellen fest, daß die neu hinzugekommenen Depotgebühren die Gewinne mehr als auffressen. Oder, oder…

Entwickeln Sie einen Plan B

Jeder Plan kann schiefgehen. Und es ist ein Zeichen von Optimismus, alle ungünstigen Möglichkeiten des Ausgangs in allen Einzelheiten zu durchdenken.

Ja, Sie haben richtig gelesen und ich möchte Sie auch keinesfalls auf den Arm nehmen. Selbstverständlich sollten Sie es nicht bei der Möglichkeit des Scheiterns belassen, sondern dann für jede einzelne Möglichkeit des Scheiterns den Ausweg überlegen, den Plan B.

Dies sollten Sie auch unbedingt am Anfang, also vor einem Investment durchführen. Sind Sie erst einmal involviert, braucht es sehr viel Disziplin, um dann nicht völlig kopflos zu handeln.

Kommt es dann zum Problem, können Sie im Idealfall zu sich selbst sagen: „Aha, das hatte ich doch durchdacht. Ich werde also die Lösung xy wie geplant umsetzen.

Kommen Sie mental zur Ruhe

Soviel zur Theorie. In der Praxis sind Sie wahrscheinlich vor allem zu Anfang Ihrer Investmentkarriere in einer solchen Situation sehr aufgewühlt. Vor allem, wenn das Problem nicht zu 100% dem zuvor durchdachten Szenario entspricht oder Sie diese Thematik zuvor gar nicht bedacht haben. Das ist völlig natürlich, denn wir leben mental immer noch sozusagen als Urmensch. Zur Angst, Geld zu verlieren (Urmensch: Gefahr des Verhungerns), kommt die Angst des Unrecht-Habens. Was besonders ausgeprägt ist, wenn Sie vorher vielen Freunden und Bekannten in schillernden Farben von Ihrem tollen Investment vorgeschwärmt haben (Urmensch: Gefahr des Ausschlusses aus der Gruppe, wenig Überlebenschance).

Stellen Sie die zwei wichtigsten Fragen

a) Was habe ich richtig gemacht?

Und wenn alles noch so sehr schiefgegangen ist: Irgend etwas haben Sie richtig gemacht. Vielleicht sogar alles, denn man kann am Kapitalmarkt auch mit perfekten Plänen Geld verlieren, weil die Wahrscheinlichkeit nie 100% beträgt. Machen Sie sich dies alles klar, denn in einer Problemphase sind Sie mental angeschlagen und brauchen jede Stütze, die Sie finden können.

Und nicht selten wird ein an sich guter Plan völlig über den Haufen geworfen, weil kleine Teile schiefgelaufen sind. Tappen Sie nicht in diese Falle.

b) Was kann ich beim nächsten Mal besser machen?

Nun fragen Sie sich, was beim nächsten Mal besser laufen sollte. Entwickeln Sie Leitsätze wie „Das Investment in Kupfer war eine gute Sache, nur sollte ich beim nächsten Mal die Entwicklung der Marktpreise stärker beachten.“ Dies ist wohlgemerkt nur ein Beispiel und keine Anlageempfehlung (ich investiere persönlich zur Zeit überhaupt nicht in Metalle und kenne daher noch nicht einmal den aktuellen Kurs von Kupfer genau). Und überlegen Sie, ob Sie allgemeine Regeln für ähnliche Märkte ableiten können. Machen Sie also nicht den gleichen Fehler z.B. bei Nickel noch einmal.

Handeln Sie, sobald Sie wieder ruhig sind

Die meisten der so entwickelten Leitsätze sind „fürs nächste Mal“, also für zukünftige Investments. Dennoch sollten Sie prüfen, ob Sie einige davon sofort anwenden können, z.B. „ich beobachte den Marktpreis ab sofort genauer und verkaufe, wenn er weitere 3% fällt“.

Generell gilt: Der erste Verlust ist der kleinste. Denken Sie an die Sache mit den Buchverlusten. Steigen Sie aus, wenn Sie mit dem heutigen Wissen nicht einsteigen würden. Und wenn Sie doch einen Neueinstieg erwägen: Machen Sie sofort einen klaren Plan für die Voraussetzungen und vermeiden Sie gebührenträchtiges Hin-und Herzocken: Der Preis steigt doch, Einstieg, verflixt, er fällt, doch raus, das war falsch, wieder rein…

Nach dem Trade ist vor dem Trade

Am ausgeglichensten sind Sie, wenn Sie nicht investiert sind oder wenn alle Ihre Investments ruhig verlaufen. Nutzen Sie diese Phase der mentalen Stärke und entwickeln Sie Ihre persönlichen Katastrophenpläne. Sie werden dankbar sein, wenn es wieder mal knallt.



Zum Umgang mit Kunden


Vielleicht warten Sie schon gespannt auf den nächsten Artikel zum Investieren. Der heutige Beitrag hat nur mittelbar etwas damit zu tun, ist aber dennoch nicht weniger wichtig.

Kümmern Sie sich um Ihre Kunden

Von den meisten Kunden hört man nichts, bis etwas schiefläuft. Dann aber kommen Reklamationen, die manchmal nichts für Verkäufer mit schwachen Nerven sind..

Kümmern Sie sich mit höchster Priorität um diese Reklamation, denn eine Reklamation ist eine Aufforderung zum Handeln. Dieser Kunde will bleiben. Ist der Kunde bereits verloren, macht er sich in aller Regel nicht mehr die Mühe, zu reklamieren (allenfalls fordert er direkt sein Geld zurück). Die meisten Kunden, dir reklamieren, können also später wieder zu zufriedenen Kunden werden – oft sind sie sogar stärker an das Unternehmen gebunden als vorher. Natürlich nur, wenn sie sich ernst genommen fühlen.

Und: Ein zufriedener Kunde berichtet im Schnitt drei anderen Menschen von dieser Erfahrung, ein unzufriedener und enttäuschter Kunde erzählt sein Erlebnis im Schnitt 15 Mal. Gern auch über Plattformen wie ciao.de – Lassen Sie also virales Marketing auf keinen Fall gegen sich arbeiten und kümmern Sie sich. Sofort!

Der Kunde hat recht!

Und wenn die Reklamation unberechtigt war? Für diesen Fall verrate ich Ihnen ein kleines Geheimnis: Der Kunde hat recht. Immer! Jederzeit! Und sonst auch! Sagen Sie einem Kunden nie, daß er unrecht hat (nie, niemals, never ever, auf gar keine Fall…). Allenfalls kann man sich mißverstanden haben, und wenn es um das Produkt oder die Dienstleistung geht, ist es ohnehin in Ihrer Verantwortung (denn es ist Ihr Job, den Kunden das Produkt oder den Service so zu erklären, daß sie es richtig verstehen). Setzen Sie niemals Ihre Meinung „mit Gewalt“ durch. Sie können Recht behalten oder den Kunden, selten beides auf einmal.

Verstehen Sie Ihre Kunden

Die wenigsten Kunden verlangen unmöglich hohe Entschädigungen, die meisten möchten „nur“ verstanden werden. Dieses Verständnis für den Kunden ist der Schlüssel zum Erfolg. Wenn etwas schiefläuft, sind Entschuldigungen manchmal nötig, meist aber ohne weitere Ergänzungen zu schwach.

Die Probleme des Kunden sollten auch irgendwie die ihren sein. Das hat zum einen emotionale Gründe, denn der Mensch sucht fast immer nach anderen Menschen mit Gemeinsamkeiten. Aber es hat auch einen recht rationalen Hintergrund: Sehen Sie sein Problem nicht als eines an, werden Sie sich nicht kümmern. Wenn etwa Pünktlichkeit für Sie wichtig ist, aber nicht für den bestellten Taxifahrer, wird Ihr wichtiger Termin wahrscheinlich platzen.

Fühlt sich der Kunde verstanden, geht er davon aus, daß Sie „im Fall der Fälle“ auch mit vollem Einsatz für ihn da sind.

Und was sucht dieses Thema nun hier im Investment-Newsletter?

So ziemlich jeder hat in seinem Beruf mit Kunden zu tun. Selbst wenn Sie nicht wir ich selbst jahrelang im Vertriebsaußendienst tätig waren. Kunden falsch zu betreuen ist meist teuer für ein Unternehmen. Egal, ob man nun angestellt oder selbständig ist.

Selbst wenn man sich als Inhaber einer Firma auf seinen Vertrieb verläßt (so man einen solchen hat), ist es immer wieder mal erforderlich, daß der Chef selbst (mit) zum Kunden fährt – z.B. um die Wichtigkeit der Geschäftsbeziehungen zu unterstreichen. Patzt der Chef hier, kostet es womöglich direkt einen der größten und profitabelsten Kunden.

Dieses Thema ist also zunächst für alle wichtig, die ihre finanzielle Freiheit noch nicht erreicht haben. Denn was nützt es Ihnen, wenn Sie Ihre Rendite um zehn Prozentpunkte steigern, aber 20% weniger Einnahmen hinnehmen müssen (weil dem Unternehmer der Gewinn einbricht oder der Angestellte auf seinen gewinnabhängigen Bonus verzichten muß.

Ihre Renditewachstum fängt diesen Verlust locker auf? Dann fahren Sie doch lieber Ihren zeitlichen Einsatz zurück und arbeiten beispielsweise nur noch vier Tage pro Woche (die aber richtig), bevor Sie fünf Tage arbeiten, aber ineffizient handeln.

Und was nützt Ihnen das Ganze als reiner Investor: Beurteilen Sie z.B. Aktien auch nach dem Service des Unternehmens. Es ist kein Garant für Gewinne (denn so etwas gibt es nicht), aber es steigert die Chancen. Ist bei der Einzelhandelskette der Laden immer leer oder werde ich im Geschäft wiederholt unfreundlich behandelt oder schlecht bedient, kaufe ich die Aktie dieser Firma nicht. Egal wie gut die Zahlen sind, denn bei schlechtem Service werden diese nicht mehr lange gut sein. Als Investor sind Sie „irgendwie“ auch der Inhaber – achten Sie also darauf, wie gut „Ihr“ Verkauf funktioniert.

Das gilt übrigens auch für Anleihen, die ebenfalls mittelfristig unter Druck geraten können, wenn der Service des Unternehmens schlecht ist. Was mich zu einer interessanten Überlegung in Bezug auf Staatsanleihen führt, aber das ist ein anderes Thema.

Warum sich finanzielle Unabhängigkeit lohnt


Stellen Sie sich vor: Sie stehen morgens auf und müssen nicht zur Arbeit. Sie stehen auf, frühstücken gemütlich mit Ihrer Familie und kümmern sich dann in aller Ruhe um Ihre Investments. Ein schöner Traum? Wenn Ihnen die Vorstellung gefällt, warum arbeiten Sie nicht darauf hin?

Finanzielle Freiheit vs. Altersversorgung

Die meisten wissen: Die Rentensysteme sind am Ende. Jedenfalls früher oder später. Die gesetzliche Rentenversicherung ist eines der größten legalen Schneeballsysteme.

Denn man spart mit seinen Rentenbeiträgen nicht etwa seine eigene Rente an, sondern finanziert die heutigen Rentner. Mit anderen Worten: Es werden keine Rücklagen gebildet und man ist für seinen eigenen Ruhestand darauf angewiesen, daß zukünftige Generationen alles bezahlen. Was sie nicht können und irgendwann auch nicht mehr wollen.

Also gilt es, eigenes Geld anzusparen. Die Regierungen wissen das, denn sonst würden sie keine Programme wie die Riester-Rente fördern.

Die Frage lautet nur, ob man mit dem Ausstieg bis zum Alter warten muß. Finanzielle Unabhängigkeit kann auch in früheren Jahren ein Segen sein. Man kann Auszeiten nehmen oder auch arbeiten, je nach Gusto. Interessanterweise werden diese „freiwilligen“ Arbeitskräfte oft am besten bezahlt, was wohl daran liegt, daß sie nur Jobs annehmen, die ihnen viel Spaß machen und in denen sie deshalb so richtig gut sind.

Dürfen wir das?

Jetzt werden sicher einige mit ethischen Bedenken kommen. Wenn man von seinen Kapitalanlagen lebt, ist das nicht irgendwie unehrlich? Muß „man“ nicht für sein Geld arbeiten?

Für die großen Ideen unserer Zeit braucht man auch Unternehmer und Investoren. Also Leute, die Geld und Zeit investieren, um Ideen umzusetzen (und ganz nebenbei damit Arbeitsplätze zu schaffen.). Wer von seinen Ersparnissen lebt, investiert zwangsläufig in Projekte und Ideen, genau das, was gebraucht wird.

Das finden Sie trotzdem nicht gut? Nun, niemand zwingt Sie. Wenn Sie lieber ein Leben lang für Ihr Geld arbeiten wollen, lassen Sie sich bitte nicht aufhalten. Aber denken Sie daran, daß auch ein Vorgesetzter teilweise vom Beitrag seiner Mitarbeiter profitiert. Also kommen nur die Arbeit als freier Tagelöhner oder eine Tätigkeit am untersten Ende der Hierarchie in Frage (als „Malocher“, wie man bei uns im Ruhrgebiet sagt).

Schritt 1: Träume und Ziele

Es gibt Millionäre und auch Milliardäre, die ihr Vermögen auf völlig unterschiedliche Weise aufgebaut haben. Aber eines hatten sie gemeinsam: Eine klare Vision, wohin die Reise geht und wie sie leben möchten. Und der beste Reichtum nützt nichts, wenn nicht ein beständiges Nachdenken über Sinnfragen hinzukommt.

Setzen Sie sich klare Ziele, bis wann Sie was erreicht haben möchten. Und dann arbeiten Sie daran!

Schritt 2: Auskommen mit dem Einkommen

Eigentlich banal: Wenn Sie finanziellen Wohlstand erreichen möchten, müssen Sie mehr Geld einnehmen, als Sie ausgeben. Lebe unter Deinen Verhältnissen und spare Geld. Oder erhöhe Dein Einkommen. Oder beides. Aber Achtung: Zur Verwirklichung neuer Wünsche sollte zuerst das Einkommen entsprechend steigen. Erst auf Pump toll zu leben und dann darauf zu hoffen, sein Einkommen entsprechend zu erhöhen, schafft nur eines: Überschuldung.

Schritt 3: Kapitalanlagen – welche Möglichkeiten gibt es?

Sparen: Bodo Schäfer sagt: Bezahlen Sie sich selbst, denn das tut man eigentlich, wenn man spart. Und legen Sie das Geld richtig an. Sehr risikoreiche Anlagen sollten Sie meiden, solange Sie nicht genau wissen, was Sie tun. Das Risiko wird mit Wissen und Erfahrung geringer – also: Optionen und Futures kommen nicht vom Teufel, wie manche „Vermögensexperten“ einem glaubhaft machen wollen. Aber sie erfordern Kenntnisse. Fangen Sie also klein an, wenn Sie sich an solche Dinge heranwagen – die ersten Schritte gehören außerdem in ein Demokonto mit „Spielgeld“. Und Wissen über Money-Management ist Pflicht, noch bevor Sie an Futureshandel auch nur denken.

Im Umkehrschluß alles auf ein Sparbuch zu legen, ist jedoch genauso falsch. Das Risiko solcher „sicheren“ Anlagen ist nicht zu unterschätzen, vor allem, wenn die Inflation stark steigen sollte.

Eine gewisse Cashreserve z.B. auf Tagesgeldkonten würde ich dennoch empfehlen: Zum einen genug, um im schlimmsten Fall (Arbeitslosigkeit, Krankheit, etc.) ein paar Monate überleben zu können. Denn dann brauchen Sie Ihre Energie zur Jobsuche, Genesung etc. und können finanzielle Sorgen ganz sicher nicht gebrauchen. Zum anderen brauchen Sie Cash, um Gelegenheiten ergreifen zu können, wenn sie kommen.

In jedem Fall gilt: Sammeln Sie Wissen und Erfahrung. Lesen Sie allgemeine Ratgeber und Fachbücher zur Geldanlage, und arbeiten Sie die Verkaufsprospekte von Wertpapieren komplett durch, bevor Sie einsteigen. Wenn Sie den Verkaufsprospekt nicht zu 100% verstehen, sollten Sie das Wertpapier nicht kaufen. Entweder wissen Sie noch nicht genug über diese Anlageform oder die komplizierten Formulierungen kaschieren geringe Erträge bei hohem Risiko und es gilt sowieso: Finger weg.

Probieren Sie aus – erst mit Demokonten ohne echtes Geld und danach mit kleinen Beträgen, die Sie notfalls auch komplett verlieren könnten (was hin und wieder auch passieren wird). Lassen Sie sich von Fachleuten beraten, aber erkennen Sie auch eventuelle Interessenskonflikte zwischen Berater und Ihnen (z.B. wenn die für Sie beste Anlage dem Berater die schlechteste Provision einbringt).

Beraten lassen bedeutet ohnehin: Die Entscheidungen treffen am Ende Sie. Vergessen Sie das niemals!

Die Sache mit den Buchverlusten und dem Recht haben


Investieren Sie in Aktien? Oder Anleihen? Dann kennen Sie bestimmt auch schon die Situation, daß Ihre Investment – beispielsweise in einem Crash – kräftig an Wert verliert. Und sobald das passiert, kommen die ersten Experten auf den Plan und versichern einem, man hätte ja gar keine Verlust gemacht, alles seien nur Buchverluste. Einen richtigen Verlust „realisiere“ man erst, wenn man verkauft.

Seien Sie versichert: Sogenannte Buchverluste gibt es nicht. Es sind Verluste, denn Ihr Investment ist nur soviel wert, wie Sie heute bei einem Verkauf erhalten würden.

Es gibt keine Buchverluste – nur Verluste

Das glauben Sie nicht? Nehmen wir ein Beispiel: Sie besitzen einen 10 Jahre alten Audi A4. Der Wagen ist gut gepflegt und hat einen Zeitwert von runden 5000 Euro. Der Neupreis lag im Jahre 2000 bei etwa 25.000 Euro. Haben Sie bei diesem „Investment“ einen Verlust gemacht?

Sie sagen vielleicht: Nein. Ich habe mal 25.000 Euro dafür bezahlt. Also ist er 25.000 Euro wert, zur Zeit habe ich nur 20.000 Euro Buchverlust. Ich warte, bis er den Einstandspreis von 25.000 Euro wieder erreicht und dann verkaufe ich.

Das ist Unsinn? Warum machen das dann so viele Leute mit Aktien so?

Prinzip Hoffnung?

Nun werden Sie einwenden, Aktien seien etwas ganz anderes. Schließlich nutzen sie sich nicht ab, und Aktien gewinnen doch langfristig immer an Wert.

Sie haben also, sagen wir mal, eine Hypo Real Estate bei 20 Euro gekauft und seitdem dem Prinzip Hoffnung die Treue gehalten. Im letzten Herbst wurden Sie dann mit 1,30 Euro abgefunden und waren die Aktie los. Wie war das doch gleich mit dem Buchverlust?

Erfahrene Kaufleute wissen, daß der Gewinn im Einkauf liegt. Das gilt auch für Aktien. Etwas teuer zu kaufen und noch teurer zu verkaufen, ist hingegen eine Wette auf steigende Preise. Sie können im Einzelfall einen statistischen Vorteil, also eine Chance größer 50% haben, aber es bleibt eine Wette.

Wenn Ihr Investment nun nur noch (z.B.) die Hälfte des ursprünglichen Wertes hat, ist das Prinzip Hoffnung ebenfalls eine Wette (darauf, den ursprünglichen Preis wieder zu erreichen.)

Also zocken Sie meinetwegen… oder machen Sie es von Anfang an richtig:

Die Lösung: Risk- und Money-Management

Wenn Sie keine ausgedehnte Analyse der einzelnen Aktie im Rahmen von Value Investing betreiben wollen, sondern eher wetten wollen, bleibt Ihnen eigentlich nur konsequentes Risk- und Money-Management.

Nachdem Ihre Aktien um 10% gefallen sind, müssen sie 11% steigen, um den Einstand wieder zu erreichen. Fallen Sie um 50%, müssen sie sich anschließend verdoppeln, um den ursprünglichen Wert zu erreichen (rechnen Sie ruhig nach).

Wenn Sie nun nur einen bestimmten Betrag riskieren, verlieren Sie nicht Haus und Hof und bleiben „im Spiel“. Gleichzeitig schlafen Sie um einiges ruhiger.

Wie geht das genau? Kaufen Sie die Aktie, setzen Sie eine Stop Loss Order im Abstand von z.B. 10% und kaufen Sie nur so viele Aktien, daß diese 10% Sie nicht ruinieren (ich empfehle ein Risiko von max. 2-3% Ihres Anlagevermögens). Die 10% Abstand sind nur eine Möglichkeit von vielen, Sie sollten diese Zahl unbedingt an den Markt und Ihre persönlichen Eigenschaften (!) anpassen.

Beispiel: Ihre Wunsch-Aktie liegt bei 100 Euro. Sie setzen einen Stop bei 90 Euro, riskieren bei 10% also 10 Euro je Aktie. Möchten Sie 1000 Euro riskieren, dürfen Sie 100 Stücke kaufen.

Und warum machen das nicht alle so?

Es gibt weitere Risiken wie Gebührenanteil, Spread, Slippage, Gaps, etc., die Sie berücksichtigen sollten. Aber das ist nicht der eigentliche Grund, sondern es hat etwas mit Recht haben zu tun. Wenn Sie bei 10% Verlust aussteigen, müssen Sie zugeben, daß Sie falsch liegen. Ihr Ego verliert, aber Ihr Konto gewinnt (langfristig).

Lassen Sie Ihre Aktie aber z.B. um 90% abstürzen, können Sie immer behaupten, die Aktie käme schon irgendwann und irgendwie wieder zurück („Ist ja nur ein Buchverlust“). Bis Sie verkaufen, behalten Sie recht. Auf Kosten Ihres Kontos, versteht sich. Und wenn sich die Hypo Real Estate Enteignung wiederholt, berufen Sie sich einfach auf das große Unrecht, das Ihnen widerfuhr, verlieren 97% ihres Geldes und…behalten recht.

Wie möchten Sie es machen?

(Mehr Infos und Rechenhilfen finden Sie z.B. hier)

Dirk Stiller

Verantwortung für mein eigenes Leben


Es gibt Menschen, die sich nie wirklich um ihr Leben kümmern. Sie gehen morgens zur Arbeit, die sie nicht mögen und behaupten, daß sie das tun müssen. Sie leben in einer Wohnung, die ihnen nicht gefällt und behaupten, daß sie sich keine andere leisten können. Sie sind mit einem Menschen verheiratet, den sie nicht (mehr) mögen und behaupten, das ließe sich nicht ändern.

Das ist so sicher extrem formuliert, aber wenn Sie sich teilweise darin wiedererkennen und unzufrieden mit der Situation sind, könnte es Zeit werden, zu handeln. Übernehmen Sie Verantwortung!

Probleme

Es geht damit los, wie man mit Problemen umgeht. Wenn ein Problem kommt, fragen Sie dann Wer hat schuld, woher kommt das Problem, warum passiert das immer mir?“ Oder auch „Wem kann ich die Schuld geben?“

Oder fragen Sie: Was war an der Entscheidung richtig? Was kann ich beim nächsten Mal besser machen, was kann ich daraus lernen?

Ein Problem ist erst einmal nichts schlechtes. Im Griechischen heißt Problem sinngemäß „Das zur Lösung vorgelegte“, wenn man es löst, ist es weg (und man selbst ist außerdem persönlich etwas gewachsen). Stehen Sie auf, übernehmen Sie die Verantwortung und lösen Sie das Problem. Und danach suchen Sie sich sofort ein neues. Manche Menschen nennen das den Schlüssel zum Reichtum. Das trifft vermutlich zu, doch in jedem Fall ist es der Schlüssel zu einem erfüllten und interessanten Leben. Also klagen Sie nicht, sondern handeln Sie.

Die lieben Mitmenschen

Sie haben die besten Absichten, aber geraten trotzdem immer an die „falschen“ Menschen?

Übernehmen Sie auch hier Verantwortung. Ob Sie über Erfolg oder Mißerfolg nachdenken: Sie finden schnell Gleichgesinnte. Übernehmen Sie Verantwortung und wachsen Sie – und Sie werden automatisch verantwortungsvolle Menschen kennenlernen. Der ernsthafte Versuch wird schon erstaunliche Resultate erbringen.

Übrigens: Es gibt zwei Möglichkeiten „besser“ zu werden: Entwickeln Sie sich und Sie werden tolle Menschen kennenlernen. Oder versuchen Sie, andere kleiner zu machen: Durch Lästern, Rechthaberei und Intrigen. Dann werden Sie nicht ganz so tolle Menschen kennenlernen, nämlich die, die genauso agieren.

Ihr Partner ist nicht nett zu Ihnen? Fangen Sie einfach damit an, nett zu sein. Sie werden staunen…

Ihre Eltern haben Sie „falsch“ erzogen? Übernehmen Sie Verantwortung. Auch anerzogene Mechanismen kann man ablegen –  Der erste Schritt ist, daß Sie sich diese bewußt machen.

Finanzen

Übernehmen Sie Verantwortung für Ihre Finanzen. Damit sind sowohl Ihre Einnahmen als auch Ihre Ausgaben gemeint. Ändern Sie den Satz „Mein Geld reicht einfach nicht“ in „ich komme mit meinem Geld nicht aus“ oder noch besser „Wie kann ich mit meinem Geld auskommen?“

Haben Sie Geld an der Börse verloren, sagen Sie nicht „DIE haben mich über den Tisch gezogen“ sondern „was kann ich beim nächsten Mal ändern?“. Machen Sie einen Verlust von 1000 Euro zu einem Praxisseminar, das 1000 Euro gekostet hat. Ob sich diese Ausgabe gelohnt hat, entscheiden nur Sie.

Ihr Finanzberater hat Ihnen „faule“ Zertifikate „untergejubelt“, die nun einen Totalverlust hingelegt haben? Dann haben Sie gelernt, beim nächsten Mal besser selbst den Verkaufsprospekt zu lesen.

Zu so etwas haben Sie keine Zeit? Denken Sie daran, Sie teilen Ihre Zeit ein. Jeder hat genau 24 Stunden pro Tag zur Verfügung. Selbstverständlich können Sie Dinge delegieren, das sollten Sie sogar. Aber seien Sie bitte vorsichtig mit dem Delegieren von Verantwortung. Vergessen Sie nie: man darf alles delegieren, nur nicht das Denken.

Überlegen Sie mal: wenn Sie das Denken delegieren, was ist die Folge? Wessen Interessen vertritt Ihr Dienstleister? Wer profitiert von seinen Entscheidungen? Was geschieht bei einem Interessenskonflikt?

Nehmen Sie Ihre Finanzen also selbst in die Hand. Sie werden sehen, wieviel Spaß das machen kann.

Und… Action

Hier steht nicht alles, was Sie tun können? Keine Schritt-für-Schritt-Anleitung? Sie wissen schon: Übernehmen Sie Verantwortung… recherchieren Sie im Internet, lesen Sie Bücher, besuchen Sie Seminare… nur fangen Sie an!  Heute!

Denn das Falsche zu tun, ist viel besser, als gar nichts zu tun.

Dirk Stiller

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